Stressfaktor Legasthenie

 
 

Kurs:
„Stressabbau für Eltern von Kindern mit Teilleistungsschwächen“
gefördert durch die Krankenkassen

Kursangebot    Zeit für mich!

Mehr Gelassenheit und konkrete Hilfen im Umgang mit Stress für Eltern von Kindern mit Teilleistungsschwächen

Mehr als zehn Prozent aller Schulkinder leiden unter Schwächen in Teilbereichen der Wahrnehmungsverarbeitung, die sich schulisch als Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechen­schwäche auswirken. Für die Kinder selbst und ihre Familien stellt dies meist eine enorme Belastung dar. Das Erleben der Schwierigkeiten beim Erlernen der Elementartechniken Lesen, Schrei­ben oder Rech­nen setzt oft massive Ängste und Selbstzweifel frei. Das Kind fragt sich: „Bin ich dumm? Kann ich gar nichts?“ Auch die Eltern der betroffenen Kinder stehen meist unter einem erheblichen Druck. Besonders beunruhigend ist dabei die sogenannte „Diskrepanzerfahrung“. Das Kind wirkt intelligent und wird den schulischen Leistungserwartungen in vielen Fächern gerecht, nicht jedoch in den betroffenen Bereichen. Manchmal entwickelt sich hieraus beim Kind eine psychische Sekundär­problematik, die in Einzelfällen krankheitsrelevante Ausmaße annehmen kann.

Wie können Eltern helfen?
Wichtig ist zunächst einmal eine gute schulische oder außerschulische Betreuung des Kindes, die vor allem eine  spezielle Förderung umfasst. Die Schulen bieten in der Regel Förderunterricht für Legastheniker an. Bei schwerer Legasthenie oder bei Dyskalkulie reichen die schulischen Möglichkeiten jedoch meist nicht aus. Hier ist externe Hilfe dann häufig die einzige Möglichkeit, das Kind individuell und professionell fördern zu lassen. Für Eltern ist das Wissen über das jeweilige Störungsbild, aber auch über die Fähigkeiten und Stärken des Kindes äußerst wichtig. Eine umfassende Diagnostik kann Eltern und Kind von Ängsten und seelischem Druck entlasten.
In Schleswig Holstein informieren zwei Selbsthilfeorganisationen über Beratungs-, Förder- und Diagnose­möglichkeiten bei Teilleistungsschwächen:
der Landesverbandverband Legasthenie und Dyskalkulie Schleswig-Holstein, Tel. 070099958574  (ww.lvb-sh.de) und
die Lega-Liga, Tel. 043225528851 (www.lega-liga.de).

Was können Eltern noch tun?
Indem Eltern die eigene Betroffenheit bearbeiten, tun sie auch viel für das Wohl ihres Kindes. Die psychische Belastung des Kindes wird reduziert, wenn Eltern ihren Kindern ausreichend Sicherheit und Schutz vermitteln können: „Das ist jetzt schwer für dich, aber es ist nicht schlimm. Komm, wir kriegen das schon hin“. Eine solche unterstützende Haltung ist jedoch nur möglich, wenn die eigenen Sorgen und Ängste nicht überhand nehmen.

Welche Möglichkeiten gibt es, die eigene Belastung zu reduzieren?
Eine gute Möglichkeit zur Stressreduzierung ist der Austausch mit gleichgesinnten Menschen. Infrage kommen z.B. Gesprächskreise, Fachberatungen, professionelle Coachings, Familienberatungen, Gespräche mit Freunden, Ärzten oder mit Menschen, die einfach nur gut zuhören können. Die moderne Hirnforschung hat bestätigt, dass das Erleben von positiver Gemeinschaft eine stressreduzierende Wirkung hat. Auch das Wissen über Teilleistungs­schwächen (u.a. Ursachen, Auswirkungen, Hilfen) kann eine hoch entlastende Wirkung haben.
Bewegungs- und Entspannungstechniken können ebenfalls hilfreich sein, sie müssen aber individuell sehr gut passen und wirklich Freude bereiten. Es gilt deshalb herauszufinden: Was passt zu mir, wozu habe ich Lust?

Speziell auf die Probleme von Eltern von Kindern mit Teilleistungsschwächen ausgerichtet hat Lesen-Schreiben-Rechnen e.V. einen Kurs entwickelt, in dem es neben dem Austausch über die gemeinsamen Schwierigkeiten um Wissen über Teilleistungsschwächen und konkrete Hilfen sowie um die Vermittlung von Techniken zur Stressreduzierung geht.
Dieser Kurs ist unter dem Titel „Stressabbau für Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) und Rechenschwäche (Dyskalkulie)“ durch die Krankenkassen als Maßnahme zur Primärprävention anerkannt.
Er steht auch für Eltern von Kindern mit Teilleistungsschwächen offen, die nicht schulisch als Legastheniker oder Dyskalkuliker anerkannt sind.

Der Kurs „Stressabbau für Eltern von Kindern mit Teilleistungsschwächen“ findet in der Regel an acht Abendterminen von je 90 Minuten statt und wird auf Anfrage an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein durchgeführt. Bei Bedarf sind auch vier Termine von je drei Stunden möglich. Die Kosten belaufen sich auf 120,- € pro Teilnehmer/in.

Die meisten Kassen übernehmen 60 bis 90 %  der Kosten.

Weitere Information durch Lesen-Schreiben-Rechen e.V., Dipl. Päd. Brunhild Zantop-Maaß, Tel. 0431 677876

 

 

Workshopreihe für Eltern

Wir bieten in regelmäßigen Abständen eine Workshopreihe zum Thema "Stressfaktor Legasthenie"an.

In diesen Workshops wollen wir gemeinsam Abläufe und Mechanismen in von Legasthenie betroffenen Familien näher betrachten. Weiter wollen wir zusammen Strategien entwickeln, die ein entspannteres und zuversichtlicheres Zugehen auf die Anforderungen des Lebens mit legasthenen Kindern unterstützen.

In vielen Familien wird die Legasthenie eines oder mehrerer Kinder als erheblicher, teilweise auch als massiver Stress erlebt. So belastet der tägliche Kampf um die Hausaufgaben das Familienleben. Die familiären Abläufe werden durch zusätzliche Übungen gestört. Häufig stehen eigene negative Erfahrungen mit Schule einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern entgegen. Der Umgang miteinander ist aufgrund der sich zuspitzenden Belastungssituation oft gestört. Unter Umständen leidet die ganze Familie. Alle rotieren, werden vielleicht sogar krank.

Zu den Inhalten der Workshopreihe:

1. Termin: "Die Situation des legasthenen Kindes"
Ziel dieses Workshops ist, das Kind besser zu verstehen in Bezug auf seine Teilleistungsschwächen und die Probleme, die daraus resultieren. Dieser Workshop beinhaltet

  • eine Abfolge von Kurzreferaten zum Thema Teilleistungsschwächen
  • kleinen Übungen, die die Situation von Kindern mit Teilleistungsschwächen, erfahrbar machen sollen und
  • Gesprächsrunden

2. Termin: "Die Situation der Mutter/ des Vaters des legasthenen Kindes"
In diesem Workshop soll die eigene Situation als Elternteil eines legasthenen Kindes im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, sich in Bezug auf die Anforderungen, die an Elternteile von legasthenen Kindern gestellt werden selbst besser zu verstehen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern herzustellen.
Wir arbeiten mit Gesprächen, Übungen, Kurzreferaten in Kleingruppen und in der Gesamtgruppe.

3. Termin: "Hilfen für das legasthene Kind und die Familie"
Ziel des Workshops ist es, konkrete Hilfestellung und Fördermöglichkeiten für das legasthene Kind vorzustellen, aber auch eigene Grenzen als solche anzuerkennen. Weiterhin geht es um eine Auswertung der in den vorangegangenen Workshops erarbeiteten Inhalte.
Wir arbeiten wieder mit Gesprächen, Übungen, Kurzreferaten in Kleingruppen und in der Gesamtgruppe.

Zu den Rahmenbedingungen:

Kosten 30,- € pro Abend, d.h. 90,- € insgesamt
In begründeten Einzelfällen ist eine Kostenreduzierung möglich. Die Teilnahme an allen drei Abenden der Workshopreihe sollte verbindlich sein, um den Erfolg der gemeinsamen Verarbeitung in der Gruppe zu gewährleisten. Die Gruppe wird acht Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer nicht überschreiten. Selbstverständlich sind die Workshops auch offen für die Eltern betroffener Schülerinnen und Schüler, die nicht in unserer Einrichtung gefördert werden.